INTELLIGENTE AKTUATORIK – TECHNOLOGIE, DIE WELTEN VERBINDET
„Wenn die Wissenschaft ihren Elfenbeinturm
verlässt und sich gemeinsam mit Partnern
aus Industrie und Wirtschaft zentralen
Fragestellungen widmet, entsteht im Idealfall
eine tragfähige Basis für zukunftsorientierte
Lösungen. Die Technisch-Naturwissenschaftliche
Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz
(JKU) praktiziert diese Symbiose im Fachbereich
Mechatronik seit Jahrzehnten.“
– o.Univ.-Prof. DI Dr. sc. techn. Wolfgang Amrhein
Mit der Vertragsunterzeichnung vereinbarten eine der weltweit führenden Forschungsstellen für elektrische Antriebe und mechatronische Systeme und der HOERBIGER Konzern als industrieller Innovations- und Technologieführer eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit mit weitreichenden Impulsen für die Grundlagenforschung, aber vor allem auch für die Kunden von HOERBIGER.
Denn es sind die Kunden von HOERBIGER, die in ganz besonderer Weise von den Möglichkeiten der intelligenten Aktuatorik profitieren werden: In der Intelligenten Aktuatorik verschmelzen die technologischen Kernkompetenzen der Unternehmensbereiche von HOERBIGER im Bereich der Strömungstechnik und Hydraulik, Piezotechnik, Elektronik und Sensorik zu innovativen Lösungen.
Bei der Weiterentwicklung des aktuellen Produktportfolios von HOERBIGER nimmt Intelligente Aktuatorik einen zentralen Stellenwert ein. Intelligent sind Aktuatoren dann, wenn sie ihr Übertragungsverhalten mit dem Einsatz von Sensorik oder Elektronik aktiv an Einflussfaktoren wie interne oder externe Störungen, Temperaturschwankungen oder Lastrückwirkungen anpassen können. Sie bestimmen damit die Produktivität und Zuverlässigkeit des Gesamtsystems.
Die ersten von HOERBIGER initiierten Forschungsprojekte widmen sich der Früherkennung von Schäden an Kompressoren und Gasmotoren, der Entwicklung hochdynamischer Aktuatoren für die Regelung von Motoren und Turbinen sowie der elektrischen Betätigung von Kompressorventilen. Und das ist ja erst der Beginn der auf Langfristigkeit angelegten Partnerschaft von Forschung und Industrie in Linz.
IM PHYSIKALISCHEN GRENZBEREICH
Die Vision des Fachbereichs Mechatronik, Impulsgeber und verlässlicher Partner für technologieorientierte Unternehmen zu sein und als Expertenplattform internationale Anerkennung zu finden, manifestiert sich in zahlreichen Forschungskooperationen, Laboratorien und Spin-off-Firmen.
Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist die Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM), die aus einem ehemaligen nationalen Kompetenzzentrum hervorging und heute als führendes Dienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet der angewandten Mechatronikforschung gilt.
Als eigenständiges Tochterunternehmen der drei Träger LCM, JKU und vatron agiert das Austrian Center of Competence in Mechatronics (ACCM), das 2008 gegründet wurde. Das ACCM ist ein lebendiges Netzwerk von nationalen und internationalen Partnern aus Wirtschaft und Forschung.
Die beispiellose Erfolgsgeschichte der Linzer Mechatronik- Initiativen, die einen wesentlichen Bestandteil der technologischen Identität des Landes bilden, wird so fortgeschrieben. Bei dieser Fortsetzung wird HOERBIGER eine bedeutende Rolle einnehmen.
Mit der im April 2010 erfolgten Eröffnung des JKU HOERBIGER Research Institute for Smart Actuators wurde die Basis für optimale Synergien zwischen allen beteiligten Akteuren geschaffen. Eingebettet in die breite Forschungslandschaft der JKU wird das Institut die klare Zielvorgabe von HOERBIGER konsequent verfolgen: Für das Unternehmen relevante langfristige Forschungsthemen aufzugreifen, fundiert zu bearbeiten und für den erforderlichen Technologietransfer zu sorgen. Die gewählte Organisationsform stellt zudem eine effiziente und transparente Mittelverwendung sicher, ohne das Spektrum der Forschungsaktivitäten von Beginn an zu stark einzuengen.
Der Name des Instituts gibt gleichzeitig auch seinen Forschungsschwerpunkt vor, Smart Actuators – Intelligente Aktuatoren als eine der Schlüsseltechnologien der Unternehmens- und Geschäftsbereiche von HOERBIGER.
Wann ist ein Maschinenantrieb, ein Regelsystem für Kolbenkompressoren oder eine Kupplungssystem intelligent?
Die Antworten dazu liegen in der bestmöglichen Nutzung der physikalischen Möglichkeiten, je nach Betriebszustand und aktuellen Bedarf optimalen Anwendungsnutzen sicherzustellen. Fortschrittliche Regeltechnik kombiniert mit elektrischer Antriebstechnik erlaubt es, Systeme darzustellen, die dieser Forderung nahezu ideal entsprechen.
Der Anspruch der Industrie konkretisiert sich im Lichte des aktuellen Wirtschaftsklimas bei diesen Fragestellungen sehr deutlich. Nicht zuletzt aufgrund anstehender gesetzlicher Forderungen hinsichtlich Steigerung der Energieeffizienz verstärkt sich beispielsweise bei der Auslegung elektrischer Maschinen der Trend weg von einer reinen Dimensionierung hin zu einer Optimierung des Leistungsvermögens. Die Auswahl des Motortyps, Materialbeschaffenheit, Wirkungsgrad, Leistungsdichte und zahlreiche weitere Designparameter münden in einer komplexen Fragestellung: Wo liegt das Optimum?
Gefunden kann es nur werden, wenn diese Fragestellungen nicht isoliert, sondern in ihrem Zusammenwirken beurteilt werden. An der JKU wurden bahnbrechende Arbeiten zur Optimierung dieser komplexen Aufgabenstellung geleistet.
Für das JKU HOERBIGER Institute for Smart Actuators wurden die bestmöglichen Voraussetzungen für den dafür notwendigen interdisziplinären Ansatz geschaffen. Dabei widmen sich die Forschungsarbeiten je zur Hälfte Grundlagenthemen und HOERBIGERspezifischen Forschungsthemen.



